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Burg Stuhm (Sztum)

Stuhm ist eine Stadt, die in dem mittleren Teil der unteren Weichsel liegt. Stuhm war im Mittelalter eine Insel - ein Machtzentrum im Lande Aliem, das ein Teil von preußischen Pomesanien war. In zweiter Hälfte des 13. Jh. existierte vermutlich ein lokaler preußischer Herrscher, der Stumo hieß.

Im Jahre 1236 geriet die Burg in die Herrschaft des Deutschen Ordens. Bis zum Ende des Dreizehnjährigen Krieges (1453 - 1466) war die Burg von Stuhm der Sitz des Ordensvogtes. Die ursprüngliche Wehrburg aus Erde und Holz wurde Anfang des 14. Jh. mit Stein und Ziegeln umgebaut. Perfekt lokalisiert und befestigt war die Burg ein Vorstoß für die Ordensritter während der Feldzüge nach Litauen. In 1377 hat Herzog Abrecht III. Habsburg die Burg besucht und der Vogtei von Stuhm eigene Familienwappen verschenkt. Dabei hatte man einen aufragenden Burgturm errichtet, der seither Albrechtsturm genannt wurde.

Während des großen Krieges zwischen Polen und dem Deutschen Orden (1409-1411) wurde Stuhm durch polnische Truppen, die von Tannenberg nach Marienburg marschierten, besetzt. Nach einer erfolglosen Belagerung der Ordenshauptstadt hat die polnische Besetzung der Burg von Stuhm noch 3 Wochen lang die Sturmangriffe der Ordenstruppen abgewehrt. Die Festung wurde erst auf Befehl des polnischen Königs Władysław II. Jagiełło übergegeben.

Seit 1416, nach einem Wiederaufbau, diente die Burg als Sommerresidenz des Hochmeisters des Ordens. In diesem Jahr hat die Siedlung auf der benachbarten Insel seitens des Hochmeisters Michael Küchmeister das Stadtrecht bekommen.

Während des Dreizehnjährigen Krieges haben die polnischen Truppen die Burg von Stuhm erfolglos belagert. Erst am 6. Januar 1468 wurde die Festung übergegeben. An diesem Tag hat Ścibor Bażyński das Amt des Starosten übernommen. Seine Familie verwaltete die Stadt und die Burg bis zum Jahre 1503. Nachher amtierte Lukas Watzenrode (Onkel von Nikolaus Kopernikus) und später die Familie von Zehmen (1530-1636 r.), die bedeutend für die Geschichte der Region Pommern war. Von 1724 bis zu 1772 herrschte dagegen die Familie Bieliński.

Während der polnisch-schwedischen Kriege im 17. Jh., wurde sowohl die Burg als auch die Stadt aufgrund der Kriegshandlungen erheblich beschädigt. Nach einer verlorenen Schlacht bei Thum hat sich sogar Gustav II. Adolf in der Burg versteckt. Im Stuhmsdorf wurde danach am 12. September 1635 der Waffenstillstandsvertrag zwischen der Republik Polen-Litauen und dem Königreich Schweden abgeschlossen. Heute ist in diesem Ort eine Gedenktafel vorhanden. Während der „Sintflut" (1655-1660) ist die Stadt verfallen und die Kulmination dieser Zeit war ein großer Brand aus dem Jahre 1683, der das Rathaus forderte. Der Bürgermeister Piotr Mogge schenkte der Stadt eins der geretteten Mietshäuser, das seither der Sitz der Stadtbehörden und der evangelischen Gesellschaft (vor dem Brand war es Rathaus) wurde. 

Während der Teilungen Polens wurde Stuhm zum Kreis auf dem Gebiet von Westpreußen umgewandelt. In der Stadt stationierten die Truppen der napoleonischen Armee und nach dem Ende des Novemberaufstandes wurden dort die Aufständischen interniert. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde diese Region durch ein Plebiszit Deutschland zuerkennt.

Am 25. Januar 1945 wurde Stuhm ohne Kampf durch die Rote Armee besetzt und in den ersten Tagen von Februar in 35 % vernichtet.

Zurzeit im Südflügel der Burg, der dank der Forderung seitens der Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit renoviert wurde, befindet sich Internationales Jugendaustauschzentrum, das Teil des Stuhmer Kulturzentrum (Verwaltungseinheit der Bauwerk) ist. Im übrigen Teil der Burganhöhe ist die Gründung eines Hotel- und Konferenzzentrums mit Übernachtungsmöglichkeit für 95 Personen geplant.

Im Lande Stuhm befinden sich zahlreiche Gutshäuser und Palaste, wie z. B. die Park-Palast-Anlage der Familie Sierakowski in Waplewo Wielkie (deut. Waplitz) (ein Hotel), das Gutshaus in Barlewice (deut. Barlewitz) (Hotel und Galerie) sowie das Gutshaus in Zajezierze (deut. Hintersee). Sehenswürdig sind auch die Gebiete der Gabelung von Weichsel und Nogat mit einem Schleusensystem aus dem 19. Jh.