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Osterode (Ostróda) Burg

Die erste Erd-Holz-Festung hat der Deutsche Orden wahrscheinlich Mitte des 13. Jh. in der Abzweigung der Fluss Drwęca (deut. Drewenz) anstelle einer früheren preußischen Burg errichtet. Der Bau einer Burg aus Ziegeln auf Stein-Untermauerung wurde gegen 1349 durch Günther von Hohenstein, den Komtur von Osterode, begonnen. Die alten Erd-Holz-Anlagen sowie das angefangene neue Bauwerk wurden infolge des Überfalls von dem litauischen Großfürsten Kęstutis im Jahre 1381 beschädigt. Nach einiger Zeit hat man jedoch eine neue gemauerte Burg errichtet.

Die Konventsburg hatte eine rechteckige Form mit folgenden Abmessungen: 44,7 x 45,2 m. Am Anfang hatte die Burg vier Flügel mit einem Einfahrtstor im Westflügel. Die Renovation erfolgte nach der Gestalt, die sie nach dem Brand im Jahre 1788 bekam. Drei F lügel (Süd-, West- und Nordflügel) sind ohne Wehr-Lageretage erhalten geblieben. Einige Forscher behaupten, dass in der südöstlichen Ecke sich ein Turm befand. In der Nordseite enthielt die Burg einen Dansker, einen Abwasserturm, der wahrscheinlich mit dem Nordflügel durch eine hölzerne Galerie (Gang) verbunden war. Während der Renovierungsarbeiten hatte man die Sockel der Pfeiler, die die Galerie des Danskers stützten, aufgedeckt.

Der Südflügel beinhaltete eine Kapelle, Komturwohnräume sowie einen Remter. In den übrigen Flügeln befanden sich Kapitelhaus, Infirmerie, Dormitorien der Ordensbrüder sowie Wohnräume für die Gäste. In den Innenhoffassaden sind keramische und profilierte Portale erhalten geblieben. Die an den Innenhoffassaden angebrachten hölzernen Laubengänge ermöglichten den Verkehr innerhalb der Burg. In dem Erdgeschoss des Nord- und Südflügels sind Kreuzrippengewölben auf den Gurtbogen, gestützt von Granitpfeifern (teilweise renoviert), erhalten geblieben.

Nach der Schlacht bei Tannenberg geriet die Burg für zwei Monate in die Herrschaft von Herzog Janusz III. Mazowiecki (deut. Janusz von Masowien), der die Burg von dem König Władysław Jagiełło bekam. Im September 1410 wurde die Burg erneut durch den Orden eingenommen. Im Jahre 1629 hatte in der Burg sogar der schwedische König Gustav II. Adolf gewohnt. Zwischen 1633 und 1639 wurde die Burg durch den Herzog Johann Christian von Brieg verwaltet.

Während eines großen Brandes im Jahre 1788 durchdrängen die Flamen in die Burg, wo damals in dem östlichen Teil die Pulvervorräte gelagert wurden. Die Explosion vernichtete den Ostflügel und die Dächer. Die Burg wurde nachher in reduzierter Form, ohne Ostflügel und um eine Etage tiefer, wiederaufgebaut. Im 19. Jh. hat man die Mauer verputzt und mehrere Anbauten errichtet.

Von 21. Februar bis zu 1. April 1807 wohnte in der Burg Napoleon Bonaparte. Gerade hier beschloss er sich nach dem schweren aber gewonnen Schlacht bei Preußisch Eylau zu erholen. Sein kurzer Aufenthalt wurde jedoch auf mehreren Kunstwerken dargestellt. In dem Museum von Osterode befindet sich eine Reproduktion des Bildes „Napoleon à Osterode accorde des graces aux habitants; mars 1807", dessen Original des französischen Malers Marie Nicolas Ponce-Camus sich derzeitig im Museum Versailles befindet. Im Museum Osterode befindet sich auch eine silberne Medaille „Napoleon a Osterode", deren Autor ein französischer Graver Bertrand Andrieu war.

Die Burg war im 19. Jh. der Sitz des Starosten und des Gerichts sowie diente als Wohnräume der Behörden. Im Jahre 1945 wurde die Burg erneut, diesmal durch die russischen Truppen, vollkommen verbrannt und verblieb in dieser Form für beinahe dreißig Jahre. Der Weideaufbau wurde in 1974 angefangen und dauerte bis zu 90er Jahren des 20. Jh. Heutzutage befindet sich in der Burg: Museum, Kulturzentrum sowie Bildergalerie und Bibliothek.