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Burg in Neidenburg

Die Ordensburg in Neidenburg

Die Ordensburg in Neidenburg ist eine prachtvolle Festung, die seit Jahrhunderten über die Stadt herrscht. Die Burg wurde in 1370 durch den Hochmeister Winrich von Kniprode als eins der bedeutendsten strategischen Elmenten im Militärsystem des Ordens im 14. Jh. errichtet. Als der am weitesten gelegene Punkt am Karte des Deutschordensstaates war die gotische Festung auf einem Hügel - östlich von einer mittelalterlichen Siedlung - lokalisiert. Wahrscheinlich wurde sie anstelle einer hölzernen Wachburg aus 13. Jahrhundert, die sich auf dem Gebiet der Vorburg befand, errichtet. Die von einem weiten Moor umgebene Festung war eine Art Schutzschild für den Südteil des Deutschordensstaates. Mehrere durch den Orden in der Nähe von Dąbrówno (deut. Gilgenburg), Olsztynek (deut. Hohenstein) und Działdowo (deut. Soldau) gründete Dörfer wurden dadurch vor den Angriffen der litauischen Truppen geschützt. Sie sicherte den Alternativweg aus Masowien nach Marienburg. Die Burg war ein der Sitz des Komturs und der Ordenspfleger. Am 8. Juli 1410 wurde die Stadt gesamt mit der Burg durch den König Władysław II. Jagiełło ohne Kampf eingenommen. Das gelang, weil die Truppen des Ordensmarschalls und des Komturs von Ostróda (deut. Osterode) kurz zuvor in Richtung Lubawa (deut. Löbau) ausmarschierten. Die Burgbesatzung bestand aus paar älteren Ordensbrüdern, was die Abwehr völlig sinnlos machte. Im September 1410 kehrte die Stadt mit der Burg kraft des Friedensvertrages zu dem Orden zurück. Am 25. Juli 1414 hat die polnische Armee die Belagerung von Neidenburg angefangen.

Nach 12 Tagen, nach der Kapitulation von Olsztyn (deut. Allenstein) und Olsztynek (deut. Hohenstein), haben die Stadtverteidiger über die Ergebung beschlossen. Die königlichen Truppen haben die Ordensritter nach Działdowo (deut. ) freigelassen und dann sind sie in die Stadt einmarschiert. Die einheimischen Ritter wurden gefangen genommen. Die Einnahme der Stadt und der Burg kostete den polnischen König den Verlust von 400 Soldaten. Im Oktober desselben Jahres wurde Neidenburg durch den Komtur von Osterode, Johann von Reichenau, überfallen. Mit dem Jahr 1656 verbindet sich die „Legende vom Tatarenstein", die über den Überfall der Stadt durch die aus der Schlacht bei Prostki (deut. Prostken) zurückkehrenden Tataren erzählt. Die Stadtbesatzung hat das Stadttor vor den Tataren geschlossen und somit die Stadtmauer geschützt. Die Tataren haben jedoch ein Lager vor den Neidenburger Mauern errichtet und das ganze Gebiet der Vorstadt ausgeplündert. Jan Nowak - eins der jüngen Stadtbürger, der sich damals in der Burg befand - hat bei einem riesigen Stein - südöstlich von der Stadt - den tafelnden Tatarenführer mit seinen Kameraden bemerkt. Schnell ladete er die Kanone, feuerte und tötete alle Teilnehmer des Festmahles. Der Verlust des Führers löste eine große Empörung bei den Tataren aus. Die Stadtbehörden haben über die Suche nach dem Täter entschieden. Dieser war jedoch erschrocken und versteckte sich in einem Haufen Dung. Die Tataren haben auch keine Rache an ihm genommen. Sie marschierten weiter und plünderten alles, was sich auf ihrem Weg befand. Die Frau von Jan Nowak verriet nach einiger Zeit das Versteck ihres Mannes. Der wurde als ein Held gefeiert. Die Geschichte der Stadt haben auch die Franzosen mit Marschal Mischel Ney, Truppen von Frinz Jean Baptiste Bernadotte, General Augereau und General Józef Zajączek, der in der Burg ein Lazarett gründete, geschrieben.

Zweiter Besuch von französischen Truppen endete am 18. August 1813 und resultierte mit der Ankunft von Donkosaken und des russischen Zaren. In dieser Zeit wurde die Burg teilweise zerstört. Im Jahre 1830 hatte Justizrat Ferdinand Timotheus Gregorovius den Wiederaufbau der Burg durchgeführt und sie als Sitz für sein Amt, für private Wohnungen sowie für Gefängnis ausgenutzt. Während der Offensive der Roten Arme im Zweiten Weltkrieg hat die Burg schwere Beschädigungen erlitten. Sie wurde in Jahren 1959-1965 renoviert. Bis heute sind solche Elemente erhalten geblieben, wie z. B.: Hauptburg, Einfahrtsbereich vor dem Tor mit zwei Pforten, Fallgatter und Zugbrücke mit Trockengraben zur Abgrenzung des Innenhofes von der aus dem 16. Jh. stammenden Vorburg. Eine zweite Vorburg verbrannte im Jahr 1784. Der räumige Innenhof ist von vier Flügeln umgeben und wird östlich durch zwei große Türme flankiert. Die am meisten repräsentative 1. Etage des Burghauptteils enthält eine Kapelle und einen Remter, wo Restteile von gotischen Wandmalereien, die Hl. Veronika darstellen, vorhanden sind. Das Aussehen und die Bestimmung der Ordensburg in Neidenburg haben sich im Lauf der Zeit geändert. Heutzutage befindet sich dort der Sitz von Nidzicki Ośrodek Kultury (deut. Kulturzentrum von Ordensburg). In den Burgräumen befinden sich auch: eine Stadtbibliothek, Muzeum Ziemi Nidzickiej (Museum des Landes Ordensburg), ein moderner Konferenz-Ausstelungssaal, ein Skulptur-Atelier, eine Ritterbruderschaft (www.rycerze.org), die Bildergalerie von Hieronim Skurpski, ein Reisebüro, ein Hotel und ein Restaurant, in dem auf Wunsch mittelalterliche Festmähler organisiert werden. Die als Ordensbrüder angezogenen Gäste essen nach Tradition mit den Händen. Das Festmahl dauert paar Stunden und wird mit Tänzen und Ritterkämpfen bereichert.

Besichtigungstour der Burg

Man beginnt mit der historischen Exposition "Z dziejów Ziemi Nidzickiej", die sich in vier Sälen des Erdgeschosses der Burg befindet. In dem ersten Saal befinden sich Exponate, die die Geschichte von Preußen, Burg und Stadt darstellen.

Zweiter Saal enthält die Bilder von Nidzica/Neidenburg, die vor Ersten und Zweiten Weltkrieg gemacht wurden, wunderschöne masurische Kacheln sowie religiöse Publikationen in Gotikschrift.

Der dritte Saal, der als ein Zeughaus genannt wird, enthält Rüstungsreproduktionen der bäuerlichen Infanterie und der Ritterschaft aus der Zeit der Schlacht bei Tannenberg. Die Ausstattung der masurischen Häuser und Haushaltwaren - also Ethnografie befindet sich in dem vierten Saal. Danach wird die Besichtigung in der 1. Etage fortgeführt, wo sich die Bildergalerie von Hieronim Skurpski befindet. Grafiken und Bilder eines der berühmtesten Künstler von Masuren-Ermland sind in dem "Relax"-Saal vorhanden. Aus der Galerie geht man nachher zu dem größten und wichtigsten Saal über. In dem „Rittersaal" befanden sich früher die Kanzlei des Vogtes, die Kapelle sowie der Remter. Hier kann man wundeschöne Polychromien aus dem 15. Jh. sowie ein gotisches Gewölbe bewundern. Die Besichtigung der Burg endet in dem Aussichtssaal. Der Aussichtssaal befindet sich in dem ehemaligen Speicher des Ordens und enthält ein wunderschönes altes Gebälk mit Wehrgängen. Von hier aus breitet sich ein wunderschönes Panorama auf Stadt, Burg und Gegend aus. Der Aussichtsaal dient auch dem Kulturzentrum von Nidzica als Ausstellungssaal für die Exposition „Galerii pod Belką" (deut. „Galerie unter Balken"). In der gotischen Szenerie der Burgsäle werden auch Konzerte, Vernissagen, Konferenzen, Bankette, Festmähler sowie Bälle organisiert.